Donnerstag, 2. Juli 2009

School of .NET - Berufs- und projektbegleitende Fortbildung

image Ob Sie sich als Softwareentwickler fortbilden sollten oder nicht, ist keine Frage. Wenn nicht Softwareentwickler ständig dazulernen müssen, wer dann? Das fällt Ihnen natürlich nicht immer leicht. Abends noch eine Zeitschrift oder ein Buch mit nach Hause nehmen, zwischen den Aufgaben des Tagesgeschäftes mal etwas ausprobieren oder gar über längere Zeit evaluieren – das erfordert Kraft.

Und manchmal ist solches Autodidaktentum bei allem Krafteinsatz sogar ineffektiv. Unter Anleitung von Trainern lernen Sie schneller. In einer Gruppe lernen Sie schneller. Die Trial-and-Error-Zyklen sind kürzer, weil Ihre Aufmerksamkeit auf das Wesentliche gelenkt wird. Außerdem werden Sie in einem Training nicht so häufig beim Lernen unterbrochen wie am Arbeitsplatz. Sie können sich also viel besser konzentrieren.

Lernen allein, d.h. in der eigenen Geschwindigkeit und in vertrauter Umgebung, sowie Lernen in einem Unterricht haben also unterschiedliche Vorzüge. Beides ist wichtig, wenn sie nicht auf der Stelle treten wollen.

image Für die Teilnahme an einem Unterricht müssen Sie aber wahrscheinlich Ihren Chef fragen. Der muss auf Sie ja einige Zeit am Arbeitsplatz verzichten. Für 1 oder 2 Tage tut er das noch relativ leicht. Bei 3 oder 5 Tagen knirscht er mit den Zähnen. Darüber hinaus ist mit ihm kaum zu verhandeln.

Das ist aus seiner Sicht verständlich. Es geht ihm auch gar nicht so sehr um die Trainingskosten, sondern eben darum, dass sie “raus aus dem Geschäft" sind”. Sie sind nicht im Zugriff, Sie können nicht einspringen, Sie sind kaum für Fragen verfügbar. Das alles mag der Chef nicht gern.

Aber wie denn dann lernen? Wenn Sie sich wirklich solide Lernstoff aneignen wollen, dann geht das nicht immer in 1-2 Tagen. 2 Tage WCF, 3 Tage O/R Mapping, 1 Tag Scrum, 2  Tage Clean Code Developer, 4 Tage WPF… das haut nicht hin. Es ist eine Illusion anzunehmen, dass umfangreiche Themen sich so auf 1, 2, 3 Tage zusammendampfen lassen, dass sich in so kurzer Zeit wirklich etwas lernen lässt.

Der übliche “Kurzblockunterricht” von maximal 5 Tagen kann für die meisten Themen nur einen Überblick und eine Einführung bieten. Sie haben dann mal einige Facetten des Themas kennengelernt und auch damit gespielt. Doch wirklich geübt, wirklich angeeignet haben Sie sich das Neue dann noch lange nicht. Das wirkliche Lernen beginnt dann erst wieder am Arbeitsplatz unter dem Druck des Tagesgeschäftes.

image In der wesentlichen Phase des Lernens, nämlich beim ausgiebigen Ausprobieren und beim Transfer des Stoffes auf das eigene Projekt, sind sie nach einem “Kurzblockunterricht” also allein. Sie stehen unter Druck. Sie stehen womöglich unter Beobachtung, weil der Chef ja sehen will, ob das teure Training auch schnell Früchte trägt.

Solch üblicher einmaliger Blockunterricht hält am Ende also selten, was er verspricht. Dass es ihn gibt, ist verständlich. Er bedient das Bedürfnis nach “schnell lernen” der Teilnehmer und nach “großer Reichweite” des Veranstalters. Doch auch wenn das Bedürfnis, schnell viel lernen zu wollen, nachvollziehbar ist, so ist seine Erfüllung meist eine Illusion. Es gibt keinen Nürnberger Trichter. Eine “Druckbetankung” des Kopfes ist unmöglich. Lernen hat immer Zeit gebraucht und braucht sie auch weiterhin. Und: Lernen braucht auch die Unterbrechung. Zeitlich “verteiltes Lernen” ist effektiver als “massiertes Lernen”.

Der Mitgründer des Professional Developer College, Ralf Westphal, und College-Trainer Stefan Lieser haben sich diese Erkenntnisse nun zu Herzen genommen und ein ganz neues Trainingskonzept für das College entwickelt: die School of .NET. In den Blogs von Westphal und Lieser finden Sie eine Diskussion dazu.

Und das erste konkrete Produkt finden Sie auf der Homepage des Professional Developer College: die School of .NET – Synchronous Developer.

Entscheidend anders bei der School of .NET im Vergleich zu anderen Trainingsangeboten ist gar nicht der Inhalt. Der Synchronous Developer richtet sich an Entwickler, die solide in die .NET-Entwicklung einsteigen und gleichzeitig Clean Code produzieren wollen. Aber auch technologisch speziellere Inhalte können wir mit der School of .NET vermitteln.

Anders ist die School of .NET durch ihre Form. Sie ist nicht als “Druckbetankung” im Block ausgelegt. Sie findet vielmehr rhythmisch statt. Sie nutzt den “Spacing Effect” des verteilten Lernens, indem sie jede Woche nur einen Unterrichtstag hat.

 

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Die School of .NET beginnt mit einem “Konstruktor”, d.h. einem 2-tägigen Kick-off-Workshop, bei dem sich die Teilnehmer kennenlernen. Der dauert zwei (oder auch mal drei) Tage, weil gruppendynamische Prozesse einfach Zeit brauchen und in diesen Tagen alle auf ein Anfangsniveau gehoben werden sollen, das ihnen die Arbeit am Thema zwischen den folgenden einzelnen Unterrichtstagen mit Gewinn ermöglicht.

Darauf folgen einige Wochen mit je einem Unterrichtstag. Wieviele, das hängt natürlich vom Thema ab. Für den grundlegenden Synchronous Developer sind es z.B. 10 Wochen. Ein Tag Unterricht, 6 Tage Pause – in denen aber jeder Teilnehmer natürlich weiter am Thema bleibt. Es gibt (kleine) Hausaufgaben – aber vor allem kann jeder auch schon versuchen, das Gelernte im Tagesgeschäft einzubringen. Dann wieder ein Tag Unterricht.

Am Ende noch einmal ein kleiner Block, in dem die Teilnehmer das Gelernte in einer abschließenden Aufgabe zusammenfassen und reflektieren.

Die Vorteile solch zeitlich “verteilten Lernens” sollten auf der Hand liegen:

  • Keine Abwesenheit vom Arbeitsplatz über längere Zeit. Der Chef muss auf seine Mitarbeiter nicht verzichten – und doch lernen sie etwas ganz effektiv in der geschützten Atmosphäre eines Unterrichts.
  • Sofortige Anwendung des Gelernten auf die Praxis – soweit möglich.
  • Fragen, die sich in der Praxis ergeben, können am nächsten Unterrichtstag gestellt werden. Das Training ist also gleichzeitig auch ein Coaching.
  • Die Trainingslänge kann dem Stoff angemessener sein, da es ja keine längeren Abwesenheiten mehr vom Arbeitsplatz gibt.

image Die School of .NET ist also berufs- bzw. projektbegleitendes Lernen. Das macht sie effektiv. Teurer als ein einmaliges Blocktraining ist sie deshalb auch nicht. Im Gegenteil! Die School of .NET ist in doppelter Hinsicht günstiger: Zum einen nützt das Training mehr, weil es näher an der lernpsychologischen Realität ist. Zum anderen bietet es mehr, weil nicht nur Unterricht als Einbahnstraße stattfindet, sondern immer wieder Fragen aus der Praxis zwischendurch behandelt werden können. Das Lernen wird begleitet, die Teilnehmer sind mit dem Lernstoff gerade in der schwierigen Phase des Transfers nicht allein.

Das Professional Developer College bietet die School of .NET als offene Trainings an – aber auch als firmenbezogenen Unterricht. Termine finden Sie in der Übersicht.

Oder schreiben Sie uns eine Email an info (at) prodevcollege.de.

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