Dienstag, 9. Januar 2007

Wuff! Google kommt auf den Hund

Dass ein Hund beim Flirten Pluspunkte verschaffen kann, ist ja altbekannt - und inzwischen sogar durch´s Fernsehn bestätigt - 3sat berichtete.

Dass ein Hund nun aber sogar bei der Anbahnung der Beziehung zu einem neuen Arbeitgeber hilfreich sein soll... das behauptet zumindest Google. Denn Google fragt lt. Spiegel Online in seiner online Stellenbewerberauswahl z.B. danach, ob die Bewerber schon einmal Hunde-Babysitter waren. Ist ein Bewerber stattdessen oder auch darüber hinaus auch Gründer einer wohltätigen Organisation oder Buchautor, so interessiert Google das ebenfalls.

Was ist los mit Google? Zählen für Google keine technischen Kompetenzen mehr? Will Google auch eine Stiftung wie Bill Gates gründen und sucht dafür erfahrene Helfer? Oder setzt Google zukünftig für die Indizierung von Literatur auf neue Bücher, statt auf existierende?

Nein, Google ändert seine Produktstrategie nicht. Google ist nur sensibel dafür geworden, dass für die Besetzung einer (technischen) Position mehr zählt, als harte technische Kompetenz. Google lebt in seinem online Bewerberauswahlverfahren nur das, was Personaler schon lange predigen: die gleichwertige Berücksichtigung von Soft Skills neben den üblichen Hard Skills.

Das findet das Professional Developer College klasse - und lange überfällig in den kleinen und mittleren, aber auch vielen großen Softwarefirmen/-abteilungen.

Ob nun die Fragen nach Hund und Autorenschaft geeignet sind, etwas über die Schlüsselqualifikationen eines Bewerbers auszusagen, sei einmal dahingestellt. Welche Fragen Google in puncto Soft Skills also stellt, ist nicht so wichtig. Wichtig ist, dass Google als großes Softwareunternehmen deutlich nach außen demonstriert: "Leute, bei uns sind technische Fertigkeiten zwar wichtig - aber sie sind nicht alles. Wer etwas bei Google werden will, der sollte sich beizeiten um seine Soft Skills gekümmert haben.!"

Aber wir kümmert sich ein Bewerber beizeiten um seine Soft Skills? Lernt er sie in der Schule? Stehen Sie in der Uni oder Berufsschule auf dem Lehrplan? Hat sie sich sein bisheriger Arbeitgeber angelegen sein lassen?

Kaum.

Soft Skills werden in den üblichen Ausbildungsgängen im Grunde nicht gelehrt - und Arbeitgeber nehmen sie als gegeben hin (s. dazu auch unseren Beitrag im OBJEKTspektrum).

Aber was nicht ist, kann ja noch werden. Wir vom Professional Developer College tun unser Bestes, um Soft Skills in technische Ausbildungen zu integrieren und die Awareness dafür in der Branche zu erhöhen.

Keine Kommentare: